Interstellarer Komet 3I/ATLAS tritt vor Perihel in Solarkonjunktion

Weltraum
Interstellar Comet 3I/ATLAS Enters Solar Conjunction Ahead of Perihelion
3I/ATLAS trat am 21. Oktober in die Solarkonjunktion ein und wird am 29. Oktober das Perihel erreichen; Messungen nach dem Periheldurchgang werden helfen, zwischen Hypothesen natürlichen und künstlichen Ursprungs zu unterscheiden.

Entdeckung und Flugbahn

Das ATLAS-Survey meldete das Objekt am 1. Juli. Unter der Bezeichnung 3I/ATLAS folgt es einer hyperbolischen Flugbahn, die es zurück in den interstellaren Raum führen wird, was es nach 1I/ʻOumuamua und 2I/Borisov zum dritten bestätigten interstellaren Besucher macht.

Solare Konjunktion und Beobachtungseinschränkungen

Von der Erde aus gesehen trat 3I/ATLAS am 21. Oktober in eine solare Konjunktion ein und wird am 29. Oktober seinen sonnennächsten Punkt (Perihel) passieren. Solange sich das Objekt am Himmel nahe der Sonne befindet, können bodengebundene Teleskope es nicht beobachten.

Raumfahrzeuge und Orbiter an anderen Stellen im inneren Sonnensystem – einschließlich Plattformen, die nahe dem Mars operieren – könnten Beobachtungen während der größten Annäherung liefern. Die verfügbaren Sichtwinkel schränken jedoch ein, welche Instrumente eingesetzt werden können und welche Messungen am Perihel machbar sind.

Hypothese eines künstlichen Ursprungs und das Oberth-Manöver-Szenario

Eine kleine Anzahl von Forschern hat die entfernte Möglichkeit ins Spiel gebracht, dass das Objekt künstlichen Ursprungs sein könnte. Ein vorgeschlagenes Szenario sieht vor, dass ein größeres Vehikel kleinere Sonden absetzt, die eine sonnennahe Triebwerkszündung oder eine Gravitationsunterstützung (ein Oberth-Manöver) durchführen, um ihre ausgehenden Flugbahnen zu ändern.

In diesem Zusammenhang zitierte Größenordnungsschätzungen deuten auf eine charakteristische radiale Änderung in der Größenordnung von 0,36 Astronomischen Einheiten und eine Perihelgeschwindigkeit von fast 68 km/s hin. Diese Werte werden verwendet, um die Änderung des Drehimpulses pro Masseneinheit und den Antriebsaufwand abzuschätzen, den Sonden für solche Flugbahnanpassungen benötigen würden.

Beobachtungen nach dem Perihel und wissenschaftlicher Ausblick

Messungen nach dem Perihel – insbesondere die hochpräzise Verfolgung von Geschwindigkeit und Flugbahn sowie die Suche nach plötzlichen Verschiebungen in der Massenverteilung – werden entscheidend sein, um konkurrierende Erklärungen zu prüfen. Bis diese Daten nach dem Perihel gesammelt und analysiert sind, bleibt die Arbeitsinterpretation, dass 3I/ATLAS ein natürlicher kometenartiger Körper ist.

Mattias Risberg

Mattias Risberg

Cologne-based science & technology reporter tracking semiconductors, space policy and data-driven investigations.

University of Cologne (Universität zu Köln) • Cologne, Germany

Readers

Leserfragen beantwortet

Q Was ist 3I/ATLAS und warum ist es bemerkenswert?
A 3I/ATLAS ist der dritte bestätigte interstellare Besucher, nach 1I/ʻOumuamua und 2I/Borisov. Das Objekt wurde am 1. Juli vom ATLAS-Survey gemeldet und als 3I/ATLAS bezeichnet. Das Objekt folgt einer hyperbolischen Flugbahn, die es zurück in den interstellaren Raum führen wird, was seine interstellare Natur bestätigt.
Q Wann finden die Sonnenkonjunktion und das Perihel statt, und wie wirkt sich das auf die Beobachtung von der Erde aus?
A Die Sonnenkonjunktion begann am 21. Oktober und das Perihel ist am 29. Oktober. Von der Erde aus gesehen befindet sich das Objekt am Himmel sehr nah an der Sonne, sodass bodengebundene Teleskope es nicht beobachten können. Raumfahrzeuge an anderen Positionen im inneren Sonnensystem, einschließlich in der Nähe des Mars, könnten während der Annäherung Beobachtungen liefern, aber die Sichtwinkel schränken die nutzbaren Instrumente und Messungen ein.
Q Welches Szenario eines künstlichen Ursprungs wird für 3I/ATLAS diskutiert, und welche Schätzungen werden zitiert?
A Eine kleine Anzahl von Forschern hat ein hypothetisches Szenario eines künstlichen Ursprungs vorgeschlagen. Es sieht vor, dass ein größeres Fahrzeug kleinere Sonden freisetzt, die eine sonnennahe Zündung oder eine Gravitationsunterstützung (ein Oberth-Manöver) durchführen, um ihre ausgehenden Flugbahnen zu ändern. Zu den zitierten Schätzungen gehören eine radiale Änderung von etwa 0,36 Astronomischen Einheiten und eine Perihelgeschwindigkeit von fast 68 km/s, die zur Bewertung von Drehimpulsänderungen und Antrieb genutzt werden.
Q Wonach wird bei Beobachtungen nach dem Perihel gesucht, und wie lautet die aktuelle Interpretation?
A Messungen nach dem Perihel werden den Schwerpunkt auf hochpräzise Geschwindigkeits- und Flugbahnverfolgung sowie die Suche nach plötzlichen Verschiebungen in der Massenverteilung legen, welche für die Prüfung konkurrierender Erklärungen entscheidend sind. Bis diese Daten gesammelt und analysiert wurden, ist die derzeitige Interpretation, dass es sich bei 3I/ATLAS um einen natürlichen kometenartigen Körper handelt und nicht um ein künstliches Objekt.

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Kommentare

  • When do the aliens get here ? :-)