NASA X4.2-Sonneneruption löst Polarlichter in hohen Breitengraden aus

Eilmeldung CME & Sonnenstürme
A massive bright solar flare erupts from the sun's surface in deep gold and orange tones, dwarfing a tiny Earth silhouette.
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Das Solar Dynamics Observatory der NASA hat eine gewaltige X4.2-Sonneneruption aufgezeichnet, die ein bedeutendes Ereignis im aktuellen Sonnenzyklus darstellt. Dieser hochintensive Energieausbruch unterstreicht die zunehmende Aktivität unseres Sterns und sein Potenzial, die weltweite Kommunikations- und Navigationsinfrastruktur zu beeinflussen.

Der jüngste X4.2-Solar-Flare, der von der NASA am 4. Februar 2026 erfasst wurde, wird voraussichtlich moderate Polarlichter auslösen, die als geomagnetischer Sturm der Stufe G1 in mehreren nördlichen Regionen klassifiziert sind. Während der Flare selbst ein Ausbruch von Licht und Strahlung ist, hat die damit verbundene Sonnenaktivität den Kp-Index auf 5 erhöht, wodurch die Aurora Borealis an Orten wie Fairbanks, Alaska, und Stockholm, Schweden, sichtbar wird.

Wird die jüngste Sonneneruption Polarlichter verursachen?

Ja, die Sonnenaktivität nach dem X4.2-Flare wird wahrscheinlich sichtbare Polarlichter in Regionen hoher Breitengrade erzeugen. Laut aktuellen Weltraumwetterdaten erreicht der Sturm eine Intensität von Moderat (G1), mit einer Sichtbarkeit bis zu einer geografischen Breite von etwa 56,3 Grad. Dieses Aktivitätsniveau bedeutet, dass die Aurora in vielen nördlichen Gebieten direkt über den Köpfen und nicht nur am Horizont sichtbar sein könnte.

Beobachtungen des Space Weather Prediction Center deuten darauf hin, dass die besten Beobachtungszeiten zwischen 22:00 Uhr und 02:00 Uhr Ortszeit liegen werden. Enthusiasten wird empfohlen, Orte abseits der städtischen Lichtverschmutzung aufzusuchen und die lokale Wolkendecke für das beste Erlebnis zu beobachten. Die folgenden Regionen sind derzeit als primäre Sichtungszonen identifiziert:

  • Fairbanks, Alaska, USA (64,8° N)
  • Reykjavik, Island (64,1° N)
  • Tromsø, Norwegen (69,6° N)
  • Stockholm, Schweden (59,3° N)
  • Helsinki, Finnland (60,2° N)

Können Sonneneruptionen Stromnetze stören?

Starke Sonneneruptionen, insbesondere solche der X-Klasse, können Stromnetze und Satellitenbetriebe erheblich stören. Diese Eruptionen setzen gewaltige Energiemengen frei, die beim Erreichen der Erde geomagnetisch induzierte Ströme (GICs) in Fernleitungen hervorrufen können, was potenziell Transformatoren beschädigt und zu lokalen oder weiträumigen Stromausfällen führt, wenn sie nicht ordnungsgemäß gemanagt werden.

Die Auswirkungen des X4.2-Flares erstrecken sich über das Stromnetz hinaus auf das gesamte Gefüge der modernen Kommunikation. NASA-Forscher, darunter Monika Luabeya und Abbey Interrante, stellen fest, dass diese Ausbrüche Hochfrequenz-Radiosignale (HF) und die GPS-Navigation stören können. Die plötzliche Ionisierung der oberen Atmosphäre stört das Timing von GNSS-Signalen, was zu Positionsfehlern führen kann, die für die See- und Luftfahrtnavigation kritisch sind. Zusätzlich sind Raumfahrzeuge in einer niedrigen Erdumlaufbahn erhöhten Strahlungsrisiken ausgesetzt, was Betreiber dazu zwingt, empfindliche Elektronik zu überwachen und Astronauten zu schützen.

Was zeigt das Solar Dynamics Observatory der NASA über den Flare?

Das Solar Dynamics Observatory (SDO) der NASA liefert hochauflösende Bilder, die den X4.2-Flare als brillanten Blitz im extrem ultravioletten Licht zeigen. Durch die Beobachtung der Sonne in spezifischen Wellenlängen kann das SDO extrem heißes Material in der Sonnenatmosphäre hervorheben, was es Wissenschaftlern ermöglicht, die Bewegung von Plasma und die Neukonfiguration von Magnetfeldern während einer Eruption zu verfolgen.

Die SDO-Mission ist darauf ausgelegt, die Eigenschaften der Sonne und die Sonnenaktivität zu messen, um unser Verständnis der magnetischen Variabilität des Sterns zu verbessern. Die X4.2-Klassifizierung stellt die intensivste Kategorie von Flares dar, wobei die Zahl 4,2 die spezifische Magnitude innerhalb dieser Klasse angibt. Diese Beobachtungen sind für die Heliophysik von entscheidender Bedeutung, da sie die notwendigen Daten liefern, um zu modellieren, wie Sonnenenergie durch die Heliosphäre reist und die Magnetosphäre der Erde beeinflusst.

Der Verlauf des Sonnenzyklus 25

Die Sonnenaktivität zeigt derzeit einen Aufwärtstrend, da sich der Sonnenzyklus 25 seinem vorhergesagten solaren Maximum nähert. Dieser 11-jährige Zyklus bestimmt die Häufigkeit und Intensität von Sonnenflecken, Flares und koronalen Massenauswürfen. Das Auftreten eines X4.2-Ereignisses Anfang 2026 deutet darauf hin, dass die Sonne in eine hochaktive Phase eintritt, die durch häufigere und stärkere Eruptionen im Vergleich zum solaren Minimum vor einigen Jahren gekennzeichnet ist.

Eine kontinuierliche Überwachung durch die NASA und die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) ist in diesem Zeitraum unerlässlich. Während der Sonnenzyklus seinen Höhepunkt erreicht, steigt die Wahrscheinlichkeit von Super-Flares, was robuste Minderungsstrategien für die orbitale Infrastruktur erforderlich macht. Die am 4. Februar gesammelten Daten dienen als kritischer Maßstab für die Verfeinerung von Sonnenwettermodellen und die Verbesserung der Vorlaufzeiten für zukünftige Warnungen.

Schadensbegrenzung und technologische Resilienz

Die Vorbereitung auf Weltraumwetterereignisse umfasst einen mehrschichtigen Ansatz zum Schutz kritischer Infrastrukturen auf der Erde und im Orbit. Stromnetzbetreiber nutzen SDO-Daten, um Lastabwurf-Protokolle zu implementieren oder Spannungen anzupassen, um induzierte Ströme abzufangen. Währenddessen können Satellitenbetreiber Raumfahrzeuge während Strahlungsspitzen in den „Sicherheitsmodus“ versetzen, um dauerhafte Hardwareausfälle durch hochenenergetische Teilchen zu verhindern.

Das Solar Dynamics Observatory bleibt der wichtigste Wächter in dieser Defensivstrategie und bietet die Frühwarnkapazitäten, die zum Schutz der Weltwirtschaft erforderlich sind. Da unsere Abhängigkeit von satellitengestützter Technologie und vernetzten Stromsystemen wächst, werden die Erkenntnisse aus der Untersuchung von Ereignissen wie dem X4.2-Solar-Flare immer wichtiger. Zukünftige Forschung wird sich auf die Korrelation zwischen magnetischen Oberflächenveränderungen und dem eruptiven Potenzial aktiver Sonnenfleckenregionen konzentrieren.

Zukünftige Richtungen in der Heliophysik

Mit Blick auf die Zukunft plant die NASA, SDO-Beobachtungen mit Daten anderer Missionen wie der Parker Solar Probe und dem Solar Orbiter zu integrieren, um eine ganzheitliche Sicht auf die Sonnenphysik zu erstellen. Durch die Untersuchung der Sonne aus mehreren Blickwinkeln hoffen Forscher, den Beginn von Flares der X-Klasse mit größerer Präzision vorherzusagen. Diese Vorhersagefähigkeit ist der „Heilige Gral“ der Weltraumwetterwissenschaft und könnte potenziell Tage im Voraus Warnungen liefern, bevor eine größere Eruption die Erde trifft.

In den kommenden Wochen werden Wissenschaftler weiterhin die Magnetogramme und Spektraldaten der Eruption vom 4. Februar analysieren. Diese Analysen werden helfen festzustellen, ob der Flare von einem signifikanten koronalen Massenauswurf (CME) begleitet wurde, der zu weiterer geomagnetischer Aktivität führen könnte. Vorerst liegt der Fokus weiterhin auf den atemberaubenden Polarlichtern und der fortwährenden Widerstandsfähigkeit unserer technologischen Systeme angesichts der immensen Kraft unseres Sterns.

Mattias Risberg

Mattias Risberg

Cologne-based science & technology reporter tracking semiconductors, space policy and data-driven investigations.

University of Cologne (Universität zu Köln) • Cologne, Germany

Readers

Leserfragen beantwortet

Q Wo kann ich heute Nacht die Polarlichter sehen?
A Basierend auf den aktuellen Weltraum weather conditions (Kp 5) könnten die Polarlichter von folgenden Orten aus sichtbar sein: Fairbanks, Alaska; Reykjavik, Island; Tromsø, Norwegen; Stockholm, Schweden; Helsinki, Finnland.
Q Was sind die besten Bedingungen, um Polarlichter zu beobachten?
A Starke Aktivität – Polarlichter können direkt über einem sichtbar sein, nicht nur am Horizont. Suchen Sie einen Ort abseits von Stadtlichtern. Prüfen Sie das lokale Wetter auf klaren Himmel.

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