Studienüberblick
Teilnehmende und Methoden
Die Studie umfasste 142 Personen, die in drei Gruppen unterteilt wurden: Personen mit Schizophrenie, die in der vergangenen Woche akustische Halluzinationen erlebt hatten; Personen mit Schizophrenie, aber ohne aktuelle oder historische Halluzinationen; sowie eine gesunde Kontrollgruppe ohne Schizophrenie.
Die Teilnehmenden trugen Elektroenzephalographie-Hauben (EEG) und hörten über Kopfhörer einfache Silben, während sie angewiesen wurden, sich vorzustellen, diese Laute auszusprechen (berichtete Beispiele sind „bah“ und „bih“). Die Forschenden massen die kortikalen Reaktionen in den Regionen der auditiven Verarbeitung während dieser Aufgaben zur vorgestellten Sprache.
Ergebnisse
Personen mit Schizophrenie, aber ohne kürzliche Halluzinationen, zeigten mittlere Reaktionswerte zwischen den anderen beiden Gruppen. Das Muster stützt die Annahme einer Störung im Vorhersagemechanismus des Gehirns – oft als Korollarentladung (corollary discharge) bezeichnet –, sodass intern erzeugte Sprache als von einer externen Quelle stammend interpretiert werden kann.
Implikationen
Laut den Forschenden liefern die Ergebnisse den bislang direktesten experimentellen Beweis dafür, dass falsch zugeordnete innere Sprache zu akustischen verbalen Halluzinationen beitragen kann. Die Messung könnte potenziell als Biomarker für das Psychoserisiko dienen, falls sie in Längsschnittstudien den Übergang in eine Psychose vorhersagt.
Veröffentlichung
Die vollständige Studie erscheint unter dem Titel „Corollary Discharge Dysfunction to Inner Speech and Its Relationship to Auditory Verbal Hallucinations in Patients with Schizophrenia Spectrum Disorders“ im Schizophrenia Bulletin (21. Oktober 2025).
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