Mars-Eis könnte Biomoleküle über Millionen von Jahren konservieren, zeigt eine Laborstudie

Weltraum
Martian ice could preserve biomolecules for millions of years, lab study finds
Laborsimulationen deuten darauf hin, dass reines Eis mikrobielle Biomoleküle vor langfristigen Strahlungs- und Temperatureffekten schützen kann. Dies macht eisreiche Regionen auf dem Mars zu vielversprechenden Zielen für die Suche nach vergangenem Leben.

Labor-Simulationen und Methoden

Forscher froren Bakterienproben ein und setzten sie Bedingungen aus, die eisige Regionen auf dem Mars nachahmen sollten. In den Experimenten wurden Escherichia-coli-Zellen verwendet, die in zwei Medien eingebettet waren: reines Wassereis und Eis, das mit Analoga des Marsbodens wie Silikatgestein und Ton vermischt war. Die Proben wurden auf etwa -51 °C abgekühlt und einer Strahlungsintensität ausgesetzt, die Millionen von Jahren auf der Marsoberfläche entspricht.

Zentrale Erkenntnisse

  • Aminosäuren, die Bausteine von Proteinen, hielten sich in Proben, die in reinem Eis eingefroren waren, deutlich länger als in bodenhaltigem Eis.
  • Nach einer Bestrahlung, die etwa 50 Millionen Jahren auf dem Mars entspricht, blieben in den Proben aus reinem Eis mehr als 10 % der ursprünglichen Aminosäuren erhalten; Aminosäuren in bodenhaltigen Proben wurden fast vollständig abgebaut.
  • Tests bei noch niedrigeren Temperaturen – vergleichbar mit den Bedingungen auf Eismonden – zeigten eine weitere Verringerung der Abbauraten von Biomolekülen.

Vorgeschlagener Erhaltungsmechanismus

Die Studie legt nahe, dass in reinem Eis strahlungsinduzierte reaktive Spezies wie freie Radikale innerhalb der Eismatrix immobilisiert werden, was sekundäre chemische Reaktionen einschränkt, die Biomoleküle zerstören würden. Im Gegensatz dazu scheinen Mineralkomponenten in Bodenanaloga Mikroumgebungen zu schaffen, die chemische Pfade fördern, welche zu schnelleren molekularen Schäden führen.

Auswirkungen auf Astrobiologie und Missionen

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eisdominierte Ablagerungen auf dem Mars besonders vielversprechende Orte für die Suche nach erhaltenen Spuren früheren mikrobiellen Lebens sind. Die Erkenntnisse können Missionsplanern bei der Auswahl von Landeplätzen und Probenahmestrategien helfen, wobei eisreiche Standorte sowie Bohr- oder Probenahmeverfahren priorisiert werden, die Zugang zu relativ unkontaminierten Eisschichten ermöglichen.

Forschungskontext

Die leitenden Forscher merkten an, dass die Experimente kein vergangenes Leben auf dem Mars beweisen, sondern physikalische Umgebungen identifizieren, in denen biomolekulare Belege am ehesten über geologisch lange Zeiträume überdauern würden. Kältere Umgebungen an anderen Orten im Sonnensystem könnten eine noch stärkere Konservierung bieten, was den wissenschaftlichen Wert künftiger Erkundungen von Eiswelten erhöht.

Fazit: Reines Eis kann unter marsähnlichen Temperatur- und Strahlungsbedingungen als langfristiges Konservierungsmittel für Biomoleküle fungieren, was polare und andere eisreiche Regionen zu vorrangigen Zielen bei der Suche nach Anzeichen für früheres Leben macht.

James Lawson

James Lawson

Investigative science and tech reporter focusing on AI, space industry and quantum breakthroughs

University College London (UCL) • United Kingdom

Readers

Leserfragen beantwortet

Q Was untersuchten die Laborsimulationen in Bezug auf Mars-Eis und Biomoleküle?
A Es wurden Bakterienproben (Escherichia coli) in zwei Eisarten eingefroren: reines Wassereis und Eis, das mit Marsboden-Analoga vermischt war. Die Proben wurden auf etwa -51°C abgekühlt und bestrahlt, um Millionen von Jahren auf der Marsoberfläche zu simulieren, wobei das Überdauern von Aminosäuren verfolgt wurde; die Ergebnisse zeigten ein längeres Überleben in reinem Eis.
Q Wie unterschied sich die Erhaltung zwischen reinem Eis und bodenhaltigem Eis?
A Aminosäuren blieben in reinem Eis wesentlich länger erhalten als in bodenhaltigem Eis. Nach einer Bestrahlung, die etwa 50 Millionen Jahren auf dem Mars entspricht, verblieben mehr als 10 % der ursprünglichen Aminosäuren in den Proben aus reinem Eis, während die Aminosäuren in den bodenhaltigen Proben fast vollständig abgebaut wurden.
Q Welchen Mechanismus schlägt die Studie für die Erhaltung in reinem Eis vor?
A Die Studie schlägt vor, dass in reinem Eis durch Strahlung erzeugte reaktive Spezies innerhalb der Eismatrix immobilisiert werden, was sekundäre chemische Reaktionen begrenzt, die Biomoleküle zerstören würden. Im Gegensatz dazu scheinen Mineralkomponenten in Bodenanaloga Mikroumgebungen zu schaffen, die chemische Pfade begünstigen, die zu schnelleren molekularen Schäden führen.
Q Welche Auswirkungen ergeben sich daraus für die zukünftige Mars-Erforschung und Astrobiologie?
A Die Ergebnisse legen nahe, dass eisdominierte Ablagerungen auf dem Mars besonders vielversprechende Orte für die Suche nach konservierten Spuren vergangenen mikrobiellen Lebens sind. Sie können Missionsplanern dabei helfen, eisreiche Standorte und Probenahmestrategien zu priorisieren, einschließlich Bohrungen, um Zugang zu relativ unbelasteten Eisschichten zu erhalten, während kältere Umgebungen andernorts eine noch bessere Erhaltung für die zukünftige Erforschung von Eiswelten bieten könnten.

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